Gesundheitspolitik in den Sondierungsgesprächen für eine neue GroKo

“In nur 6 mageren Sätzen finden sich Vereinbarungen zur Gesundheitspolitik in dem gemeinsamen Papier von CDU/CSU und SPD. Kein Wort zu den massiven Mängeln in der ambulanten Versorgung!” so der Kommentar zu den Sondierungsgesprächen für eine neue GroKo von Dr. Eike Heinicke und Petra Kral-Leonhard, Vorstand des Vereins “Gesundheit und soziale Verantwortung e.V.”. Der Schwund der Hausärzte macht sich nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern in ganz Deutschland bemerkbar. Die derzeitige verantwortliche Gesundheitspolitik hat kaum Antworten auf die zunehmende Spezialisierung in der heutigen Medizin, die einen Hausarzt mit seinen ganzheitlich ausgerichteten Therapieansätzen in keiner Weise wertschätzt.
Es fehlen Reaktionen auf die Konzentration der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Ballungsgebieten, die die ländlichen Regionen komplett ausbluten lassen und auch alte Menschen über eine Leitlinien und profitorientierte Pharmakotherapie nicht genesen lassen. Z.B. Medizinische Versorgungszentren, bei denen Mediziner nach Plan ihren Job machen, sind keine Orte, an denen Patienten in ihrem sozialen und familiären Kontext auf Jahre nachhaltig und mit offenem Ohr behandelt werden. Der Verein “Gesundheit und soziale Verantwortung” fordert die neuen Koalitionspartner auf, sich nicht vor den  zu erwartenden Problemen bei der medizinischen Versorgung der Zukunft wegzuducken, sondern aktiv die Weichen für ein gesicherte dezentrale Versorgungsentwicklung unter Teilhabe aller Akteure, auch der Patienten, für eine fachbereichsübergreifende, integrative Medizin zu stellen.
So fordern Heinicke und Kral-Leonhard unter anderem die Einrichtung interdisziplinärer Lehrstühle für ‚Gesundheit’ an allen deutschen Universitäten, um die Ausbildung der Mediziner von der Wurzel an, den Herausforderungen der Zukunft anzupassen und damit die Attraktivität des Hausarzt -Berufes aufzuwerten.

2018-01-21T09:30:06+00:00