Brief vom Hausarzt an die zwei Töchter einer guten Bekannten:

Hallo, Ihr zwei netten, A. und B., schöne Bilder vor 6 Jahren von Euch beiden, darf ich euch gleich so direkt ansprechen, so wie ich Eure Namen beim Betrachten der vielen immer neuen, herzlich interessanten Bilder von den so schnell wachsenden vier(!!!!), im Zeitraum von Sept. 2015 bis Mai 2018 geborenen Kindern, höre. Es ist schön zu sehen wie im Moment besonders die beiden großen sich rasant und doch sehr unterschiedlich entwickeln. Neben aller Interesse und Begeisterung für das Wachsen nun auch der beiden Kleinen möchte ich Euch, im Rückblick auf die Bilder und ganz besonders auf Euer beider großartigen Leistung, sagen, wir haben da ein Programm in unserer Praxis für Frauen während und nach der Schwangerschaft.

Meist ist es doch so, Mütter und Väter schauen entzückt auf ihre Kinder und übersehen schnell den Ursprung dieser sich entfaltenden Kräfte. Weil es früher hieß „pro Kind verliert eine Frau 1000 Haare und einen Zahn“, schaut bei Zeiten was ihr für Euch jetzt machen könnt, um den Zustand von vorher nicht aus den Augen zu verlieren. Und Hallo, ihr geht jetzt auch für mindestens 16 Jahre mit den Kindern durch dick und dünn! (Auch für Eure Männer solltet ihr fit bleiben, sonst gehen die Euch unterwegs verloren)!

Mein Angebot steht, die Helferinnen wissen ob, und was es kostet.

Eure Mutter hat mir eine Adresse von einem Zahnarzt zur Einschätzung gezeigt, habe mich versucht übers Netz schlau zu machen. Dort fand ich nicht mehr oder weniger, daß es wohl ein vielleicht außergewöhnlich normaler Arzt zu sein scheint. Meine grundsätzlichen Gedanken dazu will ich euch näher erklären. Ich kenne unser Medizinsystem etwas länger wie ihr, die ihr es hoffentlich nur ab und zu braucht oder gebraucht habt.

Im Krankenhaus bekommen Ärzte ein festes Gehalt. Das ist (war) relativ unabhängig von Patientenzahl und Erfolg. Die niedergelassene Ärzte bekommen ihr Geld abhängig von der Zahl ihrer Patienten, aber auch unabhängig vom Erfolg ihrer Arbeit. Damit das ganze System nicht davon galoppiert, deckelt und kontrolliert das der Staat über Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung (KV). Hier ist gerade letzte Woche, Ende Juli 2018! bekannt geworden, daß die Kassen die Krankenhäuser nicht wie vorgeschrieben bei uns Niedergelassenen, die Einzelfälle kontrollieren. Die Gehälter der Krankenhausärzte werden öffentlich (Tarifkommission), die der Niedergelassenen rel. versteckt zwischen Kassen und KV ausgehandelt. Die Kosten des Gesundheitswesens sind ein entscheidend wichtiger Pfeiler im Staatshaushalt. Qualitativ sollte auf Mittel und Kosten der Gemeinsame Bundesausschuss (gBA), eine paritätische Versammlung von Ärzten und Kassen, ohne! Stimmrecht der Patienten, achten. Bei ,knappen Kassen‘ (wann haben wir die nicht) oder je nach Priorität von eben mal Gesundheit, wird nur das Nötigste oder eben das eben grad die NOT Wendende bezahlt. Eure Krankenkassen müssen für euch nach dem Sozialgesetzbuch eine ausreichende Behandlung bezahlen (entspräche der Schulnote 4!). Bei uns Hausärzten sind das momentan 40-50€ pro Quartal und Patient, egal wie oft, wie lange und mit welchem Erfolg ein Patient über drei Monaten behandelt wird. Es kommt also betriebswirtschaftlich drauf an möglichst schnell viele Patienten zu behandeln(5- Minuten Medizin), um Personal, Miete und technische Ausrüstung zu bezahlen. Für eine Volkswirtschaft wäre der langfristige Erfolg, eben nachhaltige Gesundheit richtig und gut. Nun wird sehr schnell klar, wenn nur das Nötigste oder eben das NOT-wendige bezahlt wird, dann werden nur Symptome behandelt. Dann bemüht man sich möglichst kostengünstig nur um das Rausschrauben von roten Lämpchen. Eine Autowerkstatt mit dieser Praxis würdet ihr nicht empfehlen und ev. sogar verklagen. Wenn ich zu meiner guten Autowerkstatt immer wieder gehe, dann deshalb weil sie mein Auto insgesamt im Blick hat und mich auf mögliche Probleme aufmerksam macht ehe sie eintreten. Achtung, hier gilt es aufzupassen, für den finanziellen, betriebswirtschaftlichen Erfolg der Werkstatt wäre wohl immer ein Neuwagen gut.

Hausärzte sollten meines Erachtens besser mit einer teilweise pauschalisierten Vergütung bedacht werden.

Notfall- und hausärztliche Versorgung haben neben der Fokussierung hier auf das Symptom und dort den Blick auf die Ganzheit der Person logischerweise Unterschiede in Diagnostik und Therapie. Für die NOT-wendige Behandlung, zur Beseitigung der Symptome,“ braucht man schnelle, teure, erprobte (Studien) Technik ( z.B. MRT) und auch eine schnell wirkende, auch riskante Therapie ( Droge / Operation). Beispielsweise sind in Chirurgie und Onkologie die Verfahren nur in einstelligem oder bestenfalls 12 prozentigem Satz validiert (Quelle -?).

Hausärztliche Versorgung ( ähnlich bei ganzheitlichen Zahnärzten, Kinder- und Frauenärzten) erstreckt sich über größere Zeiträume und ist dadurch von genauerer Untersuchungstechnik und langfristiger Therapie geprägt . Wenn sympthomatische Therapie leicht über Studien validierbar ist, ist das bei einer Therapie der Person bestenfalls nur von ihr und dem Behandler beurteilbar. Ähnlich reichen bei einer Bluttransfusion bestimmte Gruppen und Faktoren für einen groben, schnellen Erfolg aus, genau genommen müsste aber für eine Folgenlosigkeit besser jeder Patient nur sein eigenes Blut bekommen( Hämatologe Prof. Herbert Begemann, Vortrag 1987in KL).

Bei den ca. 300 verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren wollte man über Studien herausbekommen welches Verfahren das jeweils beste sei. Als Ergebnis kam heraus, daß der therapeutische

Erfolg unabhängig von der Methode, allein von der guten Atmosphäre zwischen Therapeut und Patient abhing. Ein wesentlicher Inhalt hausärztlicher Tätigkeit ist Zuhören und Beraten, was Zeit kostet. Zeit, die, wenn sie genommen wird, einen Mehrwert für den Patienten und sein Problem bedeuten. Ist doch das Hören, Zuhören ein entscheidendes Element der kontinuierlichen Begleitung der Probleme von Menschen vor Ort, so wie das Sehen der Spezialisten essentiell ist, um mit beispielsweise bildgebenden Verfahren die Vielfalt eines Befundes diagnostisch und therapeutisch zu erkennen.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die Bestrebungen der produzierenden Industrie, Zeit als Kostenfaktor bei der Produktion zu eliminieren.

Wer stellt die Weichen wie? Wo sind die Prioritäten?

Forschungsgelder in der Medizin (auch Drittmittel von der Industrie) werden vorwiegend für klinische Fächer verbraucht. Für natürliche Medizin, beispielsweise pflanzliche Mittel, die nicht patentiert werden können, müsste der Staat aufkommen. Das ist auch für viele Phytpharmaka passiert, aber leider werden dann nur Mittel mit Nebenwirkungen, also verschreibungspflichtige Medikamente von den Kassen bezahlt. Personenbezogene Diagnostik und Therapie, die nicht für den Profit der Pharmaindustrie sondern für die Bevölkerung wirtschaftlich und gut wäre, wird nicht untersucht und von den Kassen nicht übernommenen .

Einem Alleinvertretungsanspruch der Hausärztlichen Behandlung, sanfte Therapie mit Mineral- und Pflanzenstoffe wurde hier neben angemessener Bezahlung (s.o.) 2004 der Gar ausgemacht.

Einige Methoden haben wir aus der Weltraummedizin übernommen, benutzen individuelle Blut- und Stuhltests die nicht schnell verfügbar sind, aber dafür um so bessere individuelle Abbilder des Gesundheitszustands vom Patienten erbringen, leider alles vom klinisch beeinflussten gBA nicht anerkannt.

Eine etwas grobe Patientenweisheit, Hausärzte sind für Gesundheit und Fachärzte, für Krankheiten zuständig, wird von unserem Gesundheitssystem für Vorsorge und Prävention nicht genutzt.

All das führt in Zukunft zu einem gravierenden Mangel an individueller, für alle zugänglichen Behandlung, das ist auch ein gravierender Grund für den Mangel an Hausärzten.